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Ayseha Khanna Stage

Ayesha Khanna Ein Tag im Jahr 2067

Wenn Informationen nicht mehr privat sind.

Ayesha Khanna, Datenwissenschaftlerin und KI-Expertin, stellt sich einen Montag in ihrem eigenen Leben im Jahr 2067 vor, wenn sie fast hundert Jahre alt sein wird.

Glücklicher zu sein wird günstiger

Ayesha Khanna beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Auswirkungen moderner Technik auf Gesellschaft und Städte und ist inzwischen überzeugt, dass es keine einfachen Antworten auf die Frage gibt, ob Technologie etwas Gutes oder Schlechtes ist. „Es ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt sie. „Es ist naiv, zu behaupten, Technik sei ausschließlich gut, und es ist ebenso naiv und negativ, zu behaupten, dass Technologie etwas durch und durch Schlechtes sei. Auch in Zukunft wird es jede Menge Widersprüche geben, in dieser Hinsicht bleibt das menschliche Leben mehr oder weniger so, wie es heute ist.“

Ayesha Khanna sieht verschiedene Trends wie etwa die Allgegenwärtigkeit der Datenverarbeitung und damit die Allgegenwärtigkeit von Sensoren. „Natürlich wird es auch ein großes Maß an Personalisierung geben und soziale Robotik, die diese Personalisierung warm und menschlich macht“, ergänzt sie. „Erweiterte Realität und Virtual Reality werden Situationen schaffen, die das Leben lebenswerter, aber auch etwas unecht machen. Wir werden es mit einem Gemisch aus lustvollem Vergnügen und einem nagenden Gefühl von Irrealität zu tun haben.“

Was unseren Alltag angeht, glaubt sie, dass wir uns „in Richtung individuell einstellbarer Mikroräume bewegen, die selbstheilend, selbstkonfigurierend und durch und durch sensorisch sein werden. Eine Art lebendiges Haus.“ Was zu der Frage führt: „Was macht einen Haushalt aus? Wird dein Zuhause stets dort sein, wo du gerade bist? Kannst du an jedem beliebigen Ort ein Haus personalisieren?“

Khannas Zukunftsvisionen drehen sich oft um die menschlichen Gefühle in Verbindung mit Technologie. „Digitalisierung ist nicht alles. Wir werden uns weiterhin Beziehungen wünschen, allerdings werden wir diese Beziehungen teilweise mit Maschinen führen“, glaubt sie. „Als Produzenten müssen wir Erlebnisse schaffen, die den Konsumenten Freude bringen. Vielleicht wird es irgendwann billiger, glücklicher zu sein, solange wir damit leben können, dass es sich nicht um reale Erfahrungen handelt.“

Kulturell werden wir uns recht schnell daran gewöhnen. „Vor allem junge Menschen werden solche Erfahrungen nicht als ‚Fake‘ betrachten, denn gefälscht ist etwas nur, wenn es im Widerspruch zu etwas steht, das man zuvor erlebt hat. Sie werden daran gewöhnt sein“, glaubt sie. „Wir werden in einer fragmentierten Gesellschaft mit Interaktionen über mehrere Generationen hinweg leben.“ Deshalb wird es noch wichtiger werden, wie wir auf neue Chancen und Entwicklungen reagieren. Ayesha Khanna prophezeit: „Erfolgreich werden jene Menschen sein, die in der Lage sind, sich aus bestimmten kulturellen Blasen zu befreien und die Grenzen zu sprengen. Der menschliche Geist wird immer ausbrechen wollen.“

Ayesha Khanna ist Unternehmerin und Expertin für Smart Citys, Zukunftskompetenzen, Fintech und weitere aufstrebende Branchen. Sie war Leiterin der Future Cities Group an der London School of Economics, wo sie derzeit mit einer Arbeit zum Thema „Urbane Informationsinfrastrukturen“ promoviert. Khanna war mehr als zehn Jahre lang an der Wall Street tätig, wo sie Produktinnovationsteams zur Entwicklung groß angelegter Trading-, Risikomanagement- und Datenanalysesysteme beriet. Als Geschäftsführerin und Mitbegründerin von „The Keys Academy“ hat sie außerdem ein Praktikumsmodell entwickelt, das Schülerinnen und Schülern von weiterführenden Schulen die Chance gibt, ihre Kompetenzen in Schlüsselbranchen des 21. Jahrhunderts einzubringen. Ayesha Khanna ist Gründerin der E-Learning Plattform „Applied Skills“ und der „21C GIRLS“.
www.ayeshakhanna.com

Illustrationen © Robert Samuel Hanson

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